Überleben in Neukölln

Dokumentation
D 2017, Rosa von Praunheim
82 min, dt. OV

Sonntag, 6. Mai – 18:30 Uhr

Präsentiert von der Rosahilfe Freiburg

“Früher war Bratwurst, heute ist Champagner”, so besingt die Drag Queen Juwelia ihr Neukölln, das sich vom ehemaligen Berliner Arbeiter- und Problembezirk wegen der niedrigen Mieten zum angesagten Hipster- und Künstlerviertel entwickelt hat. Dem Filmemacher Rosa von Praunheim ist mit Überleben in Neukölln ein stimmungsvoller, bunter Bilderreigen sommerlicher Straßenszenen gelungen.

Wir begegnen der 89-jährigen Frau Richter, die erst mit 50 Jahren nach Neukölln zog und hier mit einer Frau glücklich wurde. Der androgyne kubanische Sänger und Tänzer Joaquin la Habana lebt mit einem Mann zusammen, was seinen 17-jährigen Sohn stolz macht. Der Russe Mischa Badasyan ist ein Performancekünstler, der es sich auferlegt hat, jeden Tag mit einem anderen Mann Sex zu haben. Und die selbsternannte “Polit-tunte” Patsy l’Amour laLove veranstaltet die sogenannte Polymorphia, eine schrille Party- und Diskussionsreihe. Sie alle sind Neukölln. Wie lange dieser Zustand anhält, bevor Spekulanten das lebendige Viertel zerstören, ist ungewiss. Und so nimmt uns von Praunheim filmisch an die Hand und lässt uns den Zauber der Gegenwart erfahren. Mit einer wunderbaren Leichtigkeit wandeln wir durch Neukölln und haben am Ende des Films das Gefühl, viele neue Bekanntschaften gemacht zu haben.

Vorfilm: Little Potato

Filmtipp – Tilman

Überleben in Neukölln ist eine Empfehlung nicht nur für queere Vagabunden, sondern für alle Fans von Rosa von Praunheim  – und natürlich eine Hommage an Berlin.